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 Feuilletons - Essays

“Das Feuilleton ist die Unsterblichkeit eines Tages”

Die hohe Kunst der TRAVESTIE -
alles Lügen oder was?

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CHRIS, alias Chris Kolonko, Deutschland

Die Herren - Damen
bitten zur Show-Time in der Travestie-Revue

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DAME EDNA Everage, alias Barry Humphries, London

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MARY, alias Georg Preuße, Schweiz

Was Bitte? Transvestit, Travestie? Bloß kein Faux-Pas, keinen Lapsus-Linguales oder etwa ungebildete Irtümlichkeiten dazu jetzt aufkommen lassen. Beide so total unterschiedlichen Definitionen in einem Atemzug erwähnt, lassen sich gar nicht mal nur so salopp etwa in Einklang bringen. Ein Desaster par excellence, denn nicht selten aber werden beide Begriffe leider nur verwechselt. Doch was ist nun Travestie?

La Vie en rose...., la TRAVESTIE

Die hier geschilderte so quirlig bunte, schrille und stets nur schmunzelnd amüsante Travestie, übertragen aus dem Italienischen - travestire - im Französischen - travestir- also verkleiden, dem sich - verkleiden -, zeigt sich uns stets in seiner komischen, satirischen, kokett lachhaften und damit auch einer satirischen oft bewußt übertriebenen Ausdruckskunst. Dahinter aber finden wir echte Männer, die physisch betrachtet auch als solche, und das ohne wenn und aber, so auch zu erkennen sind.

MOMENTE-Akzente
hat im Gespräch mit einigen der attraktivsten, mit drei der derzeit Besten, die aktiv im Show-Business mit ihrer Travestie-Show so beliebt und aktiv sind, ganz offen gesprochen. Und zugegeben, so völlig ungeschminkt und ohne Haarteil waren es sogar Herren im Anzug, in sportlichen Jacken und männlich korrekt gebügelten Flanell-Hosen, kurzum Herren, die man bescheiden, so unauffällig ja sogar dezent und höflich sich bewegend, im Café am Nebentisch als den umjubelten Bühnen Star nicht einmal andeutungsweise erkannt hätte. Wenn nicht, zugegeben, der eine von ihnen so lustig und ewig den Spaß im Sinn - sich optisch kleidsam nicht ganz unauffällig zu dekorieren, wie der Gentlemen und Grand Signieur der Damen- Parodisten Barry Humphries (Dame Edna Everage) es ab und zu bevorzugt Honi soit qui mal y pense. Voilà!

Doch auch ganz sachlich betrachtet, zeigt sich die gute, die anspruchsvolle Travestie-Kunst sogar ganz Konsequent in einer Dichtungsart, in der ein quasi ernst gemeintes, poetisches Thema dadurch so lächerlich gemacht wird, daß dessen Inhalt zwar beibehalten, jedoch in eine zu demselben nicht passende äußere Form gekleidet, also verkleidet, daher der Name travestire, präsentiert wird. Das mag formell klingen, trifft aber die Sache, wie den Nagel auf den Kopf. Und gute Travestie-Bühnen-Shows die kann man ohnehin nur mit dem Kopf begreifen, so man kreativ im Theater-Sessel mitdenken kann und es auch will.

Und noch kurz dazu: während bei der Parodie nun wiederum das Umgekehrte geschieht, somit die Form zwar beibehalten, aber ihr ein unpassender Inhalt amüsant zum besten gegeben wird. Das dann Treffsicher parodiert und inszeniert uns präsentiert, das ist dann so ein unvergesslich amüsant, erfrischender Abend in der gekonnten Travestie-Revue.

Ganz gleichgültig ob man beispielsweise die Parodien, Witze und den oft brüsken aber netten Spaß einer Dame Edna ( Barry Humphries, Australien) oder einer Mary, (Georg Preuße, Schweiz) oder aber den Jüngsten dieses überhaupt lobenswert, erwähnenswerten Trio der Travestie-Künstler, Chris, Chris Kolonko, Deutschland, jeden separat auf den Bühnen ihren süßlich, bissigen Elan versprühen erlebt, sie alle, auch die vielen in diesem Beitrag unabsichtlich unerwähnt gebliebenen, sie zeigen ihre Kunst der "Travestie" stets episch, lyrisch und dramatisch zugleich.

Vermutlich durch den den Butte Montmartre auf dessen Rücken sich ein ganz eigener Pariser Flair in der Jahrhundertwende schon entwickelt hatte, dem ehemaligen “anrüchigen” doch vorbildlichen Show, Revue- Künstlerviertel von Paris ist lasziv oder dominierend dabei immer spürbar die französische Frivolität vorzugsweise auf den Bühnen durch den Travestie-Künstler sehr präsent. Noch heute erlebt man in einigen Revue-Shows dort am Fuße des Berges die berühmten Amüsement-Zentren Le Moulin Rouge und Pigalle am Place Pigalle und Place Blanche. Und erinnern wir uns, schon van Gogh, Modigliani und besonders Henri de Toulouse-Lautrec wussten den Stadtteil schon immer allein wegen der auffälligen Damen, auch den Travestie- Künstlern dort in ihren bunten Federboa-Roben und fantasievollen Kostümen zu schätzen..

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Travestie ist keine Erfindung der Neuzeit
W
ir denken und handeln einfach nur etwas liberalisierter. Und was uns heute als selbstverständlich erscheint, Frauen als Sängerinnen und Schau- Spielerinnen zu sehen, war früher nicht gestattet. Die Antike sah das sehr streng, so übernahmen daher Männer auf der Bühne die Rollen von Frauen. Auch Gesangsrollen wurden von Männern übernommen. Wie bei so vielem anderen, mussten Frauen lange warten bis sie gleichberechtigt mit Schauspiel und Gesang auftreten konnten. Noch heute werden bei der Chinesischen Oper die Frauenrollen von Männern übernommen und gespielt.

Wir alle hatten in diversen Variationen schon Kontakt mit Darstellungen der Travestie. Der eine oder andere von uns erinnert sich vielleicht noch an die Putzfrauen “Frau Babbisch” und “Frau Struwwelich”, zwei Figuren aus der Meenzer Fassenacht. Aber auch aus den Kinofilmen wie “Charley`s Tante”, “Manche mögen`s heiß” und “Tootsie”. Travestie, das müssen wir zugeben, ist eine parodistische Überzeichnung der Eigenarten des anderen Geschlechtes und ist stets mit einem “Augenzwinkern” zu betrachten.

Aber es gibt auch nachdenkliche Stimmen, die fragen sich: ist die Travestie eine Imitation der Geschlechtsidentität? Oder aber bringt sie die charakte- ristischen Gesten auf die Bühne, durch die die Geschlechtsidentität selbst gestiftet wird?
Doch wer es so genau und wissenschaftlich betrachten will, sollte mit einem schelmisch anmutenden Zwinkern in den Augen nicht übersehen: wir leben doch alle irgendwie in einem turbulenten „La Cage aux Folles“, oder auch „ein Käfig voller Narren, wie uns in den 70er Jahren so hervorragend das real- fantasievolle diskrte Thema a la a cage aux folles von Jean Poiret dann
- endlich - einmal salonfähig, ohne wenn und aber, dargestellt wurde.

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Carte Blanche-Grit Hazraty

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Lady Transparent, La vie en rose, Berlin

MANN... muß nicht ausschließlich nur nach Paris reisen, um diese gewisse Nonchalance dieses Oeuvre Travestie in höchstem Genuß und anspruchsvollster Darstellung, ob von Dame Edna, ob Mary oder Chris faszinierend präsentiert, abendfüllend zu erleben.

Dame Edna die stets dem Publikum nur herbe, freche Vorwürfe zum kritikwürdigen Aussehen, ob dem Teint zu allem und sonstiges gibt, sie hat das
“Dame Edna Treatment”
tatsächlich inzwischen als eigene Cosmetic- Linie, der
Intl. MAC- Cosmetics
am Englischen Markt, im Angebot...

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“Hello, possums!”

“Hallo - Ihr Beutelratten”, Dame Ednas originelle wie ewig absolut nur sympathisch- frechfrivolen
Begrüßungsworte an ihr zahlreiches Publikum

Dame Edna
im “fingierten” üblichen, ganz privaten fast intimen Telefon- Geplauder mit den ganz Großen den Berühmten der Welt, die dabei ungeniert nicht sanftes
zu hören bekommen, aber natürlich hört
bei dem diskret- wie ganz privaten Telefonat.. ja niemand mit.., und doch..denn das jubelnde Publikum, es weint dazu Tränen vor Lachen

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Auf Bühnen so oft kopiert,
aber so gekonnt originell doch niemals erreicht - bleibt das ganz privat-intime
VIP-Star und Prominenten- Telefongespräch
das Dame Edna
in der Show sehr listig, lustig stets zu führen pflegt.

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Barry Humphries, er ist die durch ihre einzigartigen
TV- Shows bereits weltbekannte Dame Edna Everage

John Barry Humphries, geboren 17. Februar 1934, ist ein australischer Schauspieler, Satiriker, Dadaist, Künstler und Charakter-Schauspieler.

Vielleicht fühlt er sich besonders wohl auf der Bühne und im TV - als Alt werdende Ego Dame Edna Everage, eine edle luxuriös lebende schrullige aber selten witzige und erkennbar hellwache, zynische elegante Hausfrau In einer anderen Paraderolle mimt er den Sir Les Patterson, Australiens unflätigen Kulturattaché am königlichen Hof von St. James's in London bei HRH Prince Charles. Doch Barry Humphries ist auch Film-Produzent und Drehbuchautor, dazu ein beliebter Star des Londoner West End Musical- Theater, alle seine Aufführungen sind schnell ausverkauft. Ebenso ist Humphries ein in England und Australien preisgekrönter Schriftsteller auch ein vollendeter Landschaftsmaler. “Kunst kommt von Können”

Humphries, bereits seit den frühen 70er Jahren aktiv auf den Bühnen, besonders markante Show-Erfolg-Merkmale sind insbesondere die Rolle der einmaligen Dame Edna Everage, denn sie war es die ihm den völlig unerwarteten internationalen Ruhm gebracht hatte. Und er hat in zahlreichen Filmen, Theateraufführungen und Fernsehserien seine Shows erlebt. Auch seine Barry McKenzie Comic-Strips über die Australier in London lebend, erschien in dem bekannten Private Eye Magazine mit Zeichnungen von Nicholas Garland. Die Geschichten über "Bazza" ,auch das ist Barry Humphries 'Spitzname, hat eine weite Verbreitung der australischen Witz-Parodien vor allem landestypische Witze über das Trinken und seine Folgen, ein Großteil davon erfunden von Barry Humphries, der nun privat wirklich kein Alkoholiker ist. Sprachs mal wieder “drunken und amused” aus, blinzelte mit dem Auge und sagte lächelnd nur: “well of and Cheers”, beim Gin&Tonic in der Hotellobby. Barry, das ist Niveau mit Clown-NAse. Very amused Gentlemen.

Very Gentlemen, auch Grand Signieur der
 Damen-Parodisten - Barry Humphries -
 in seiner Rolle als Dame Edna Everage

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Barry Humphries: The Man Inside Dame Edna

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Hello,
my Dear
L(R)oyal Possums..,

In einem London-Taxi mit ...Dame Edna Everage - Hello, Ihr Beutelratten...

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Shopping mit Dame Edna in London

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Dame Edna Everage`s Logo - ihre Butterfly-Brille

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Cosmetic Mac Dame Edna Kollektion, näheres darüber auf: maccosmetics.co.uk

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MARY... und sonst gar nichts ?

“Bin ich Mary darf ich frech sein! Bin ich Georg bin ich wie jeder Mann..
M
ary und sonst gar nichts – oder doch Alles!

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Oh, diese Mary... (k)eine biografische, aber charmante Betrachtung 

Mann konnte nachfragen wo man wollte, es hieß von überall bereits: „Sie wird nun schon 60 Jahre da wollte Georg Preuße alias Mary mit dem Show- Dasein aufhören“. Erfreulich aber dann die plakatierten „Mary“-Poster in der Stadt zu sehen, es war unbestritten: Mary kommt doch zurück. Da war sie wieder! Zwei Jahre lang waren ihre Fans auf unersetzlichem Mary-Entzug. Jetzt kam sie zum Jahreswechsel 2009/2010 mit dem originellen Titel: „Mary Christmas“ zurück im gelungenen Gastspiel in den Berliner Admirals-Palast und nach München ins Deutsche Theater, Fröttmaning.



Mary, die stets gelungene Verbeugung vor der Frau
Wenn es nach Georg Preuße ginge, wäre alles was Mary da spricht und zeigt eine Verbeugung vor der Frau, ebenso eine voll emanzipierte Frau mit Körper, Geist und Herz darstellt. Sie ist frech, intellektuell, banal – alles was sie den Männern sogar von der Bühne hinunter abspricht – Mary, die Femme Fatal hat nicht nur stets das letzte wie passend treffende Wort, sie hat einfach grundsätzlich Recht. Dabei ist sie doch so verletzlich, sanft und sensibel, eine so hilflos zarte Frau die auch mal von einem Mann sanft in den Arm genommen werden will. Aber, aber, leider, und das wäre Marys stets dazu nur enttäuscht wie kapitulierende Bemerkungen dazu: „so richtige Männer die das noch können, gibt’s ja kaum noch.. So ist sie! “Mary war, ist und bleibt eben die unverbesserliche Mary.

Diese Mary bin ich nicht nur alleine...“

„Ich bin Klinkenputzer, das ist dieses Produkt Mary, und da ist Jack Amsler der mein Management macht und mir so den Rücken frei hält, das ist jemand der mir hilft die Mary-Texte zu schreiben, der Co-Autor Charles Lewinski, nicht zuletzt meine Kostümbildnerin Maria Lucas, die dann auch Einfluß auf Marys Präsentation auf der Bühne hat“.

„Ich wollte immer humanitäre Shows machen, solche die zwar kratzen aber niemals jemanden verletzten. Will damit auch erreichen dass Menschen mehr Verständnis für Menschen bekommen die ihnen fremd erscheinen.“ Auf den die Anmerkung, Schauspieler zu sein und niemals selbst Mary zu sein, sondern diese Mary immer nur zu spielen, darauf legt Georg Preuße großen Wert. Mary ist eine völlig fiktive Figur. Ob nun die Regie- Anweisungen, ob Kostümproben für die Bühne die empfängt daher nur Mary, es ist stets ihr alleiniger Auftritt!”

Georg Preuße ein Charakterschauspieler
(er war erfolgreich ebenso auch in Rollen wie.. ….zu sehen und wird das in Zukunft auch weiterhin mit Plänen gestalten, die zeitnah im Wandel dieser Tage sich Bühnenreif aber in unserer heutigen Alltagssprache ….)

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„Mein größter Geniestreich meines Lebens war diese fiktive Figur der Mary“ Sie war und bleibt eine höchst wandelbare Figur , eine die älter werden kann und erfahrener...davon profitieren die Besucher absolut nur. Und es ist doch immer ein Unterschied, wie man etwas sagt...ich glaube mein Talent ist es auch, wenn ich mal etwas verletzliches zu einem Besucher ins Publikum spreche, dass ich vorher schon weiß dass er selbst und alle anderen darüber nur lachen können..es ist absolut das Wort: wie tue ich das!

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Damals nannte sich unser Auftritt noch: „Spaß an der Verwandlung“

Georg Preuße, kam am 24. August 1950 in Ankum zur Welt. Das ganze Familienleben war geordnet und harmonisch. Er ist ein deutscher Schauspieler. Erlernte zunächst das Handwerk des Radio- und Fernsehtechnikers, trat schon in jungen Jahren als Travestiekünstler in Clubs auf Er schuf die Bühnenfigur "Mary Morgan". Im Gespräch erklärt er ein wenig entschuldigend aber auch nicht ohne Stolz: „Weil es kein Bafög gab musste ich in jungen Jahren meinen Unterhalt im Kleinkunst-Bar-Travestie TamTam mir hart verdienen...

Und weiter erzählt er: „ zugegeben, den Namen Mary Morgan finde ich lange schon irgendwie unmöglich, aber damals war ich infantil fand diesen Namen ideal ..naja, Gordy ,Reiner Kohler sein damaliger Freund und Bühnenpartner, und ich, wir waren unerfahren und meinten diese Künstlernamen: Mary Morgan & Gordy Blanche, die sind treffend. Nichts aber, viel zu lang und keiner wollte uns so engagieren und offiziell auch nennen. Mit meinem Wissen von heute würde ich mich so nicht wieder bezeichnen.

Heute würde ich mich anders nennen: toll wäre doch Janus die zwei Gesichter des Januskopf) oder aber auch Uli Ullrich, denn für Ulrike der Frauenname, die Abkürzung Uli und dazu Ulrich als Männername. Aber das Thema ist vorbei.

Wie war das damals noch mit Mary&Gordy

Beim breiten Publikum sehr schnell beliebt und bekannt, sogar als Rarität gesehen, wurde er Anfang der 1980er Jahre mit seinem Bühnenpartner Reiner Kohler als das Duo „Mary & Gordy“. Kohler musste seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen 1987 beenden. Preuße begann daraufhin, was anderes sollte er sonst machen, eine Solokarriere als „Mary“ mit Tourneen und eigenen TV-Shows. Eine der Mary & Gordy-Shows und später eine der Mary- Shows waren der deutsche Beitrag zum Wettbewerb um die Goldene Rose von Montreux“.
Neben seiner Lebensrolle als „Mary“ war Preuße auch in anderen Rollen und als Moderator in Theater, Film und Fernsehen zu sehen. Gleich dreimal bekam er den Goldenen Vorhang als beliebtester Schauspieler in Berlin in den Theatersaisons 1999 bis 2004. In den 1990er Jahren hatte er mit der Firma Zentis-Fruchtkonfitüren als Mary im Früchtetraum-Kostüm einen Werbevertrag.

„Wenn nicht klar ist, wer hier der Star ist“

Wenn Mary zart den Glatzkopf in der 1.Reihe streichelt. Es ist mir beispielsweise aufgefallen dass viele Männer darunter leiden wenn ich über ihre nicht besonders tolle Frisur spreche, weil der Angesprochene Glatzköpfig ist – dann fällt auf, das genau dieser Besucher, von mir anschließend angesprochen erleichtert zu gibt: „ Ja, stimmt ich habe das erste mal darüber lachen können“! Und ich glaube sogar man sprengt Ketten weil es ein so befreiendes Gefühl ist endlich selbst einmal über sich frei lachen zu können. Mary glaubt, meint dazu den richtigen Tonfall zu finden, den richtigen Blick zu haben was sie mit wem scherzhaft austoben kann, und ist sicher dabei entsteht sogar das Selbstgefühl des erheblich veralberten Besuchers, „diese Mary liebt mich ja fast grenzenlos“ - das möge das Geheimnis sein dass daher diese Mary eben mehr zu ihm sagen kann und darf als jeder Andere zuvor oder danach.

Mary erzählt auf der Bühne sehr häufig in verschiedenen Varianten, geschickt aber einprägsam auch von ihrem Schicksal, älter zu werden, alt und im Fummel, älter aber reifer, alt und erfahren..in allen Facetten der Lebenslagen. Mal perfide mal ironisch frech kalkuliert, stets aber erkennbar sich selbst das wohl ebenso noch mal klar und einfürallemal on-stage hier zu verdeutlichen. Ob drastisch mit dem Song „..nehmt `ne Alte...“ oder sich immer und immer wieder mit dem älter werden selbst zu karikieren. Beides hat hier seinen Sinn Vorwarnung ans Publikum, Ihr müsst mich auch als „Alte“ mal ertragen wollen, und der Mut es jetzt schon zu erklären.

Zwar lästert Mary in erfrischend belustigender Art über die St.Moritz Prominenz und die die meinen sich optisch als Inner Circle zu stylen, die werden dann treffsicher so dem Publikum erklärt: „ Oben und unten Chanel, und in der Mitte dann Pirelli“ (Pirelli = Autoreifen!)

Was Georg Preuße jedoch dem Publikum dezent nur vorenthält ist ebenso seinen Applaus schon Wert: für seine Gastspiel-Tournee hatte er in zwei Wochen acht Kilogramm abgenommen. Und auf die Frage, wie haben Sie das denn gemacht, kam schnell wieder zur Zigarette greifend seine Antwort: „mit Nichts-Essen und klares Wasser trinken. Denn Nulldiät, die fällt mir leichter. Und jetzt passe ich wieder in meine gewohnten figurbetonten, Mary- Klamotten in Größe 38, die Taille muss schon zu Mary passen”. Preuße schrieb Drehbücher und Sketche und führte Regie bei verschiedenen Produktionen z.B. bei Harald Juhnke. Mit "Fummel, Gags und gute Laune" - gelang ihm schließlich sein großes Bühnen-Comeback. Am 18.01.1995 starb Gordy an den Folgen von Aids. Er wurde nur 51 Jahre alt.

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 Gordy, Reiner Kohler

Auf der Bühne erinnert er sehr bemerkenswert und sympathisch an den verstorbenen Partner Rainer „Gordy“ Kohler Er bringt dazu in Erinnerung an den gemeinsamen Erfolg ein Medley aus der Zeit gekonnt als Solo..
Er erinnert sich, die ohnehin sehr sanfte Stimme wird leise als er anmerkt wie er so plötzlich allein auf der Bühne stehen mußte. „Ohne Gordy war ich nichts mehr. Es dauerte, bis ich auch allein jemand war“.
Ob Mary und Georg ebenso, vielleicht auf der Bühne aufhören, wenn Mary 60Jahre wird. Das ist schon zum Sommerende August, in diesem Jahr. „Naja, also ich weiß noch nicht. Ich bin immer noch der Meinung, aber ich will nichts prophezeien. Vielleicht ja, oder auch nein denn Mary freut sich schon irgendwie eine alte Dame auf der Bühne zu sein..die hat was an Erfahrung dort zu sagen...aber ich habe auch den Privatmann Georg Preuße entdeckt. Ich spiele Golf, war viel mit Freunden zusammen, habe bei Indianern in Reservaten gelebt. Also was die Lebensplanung angeht: Ich setze lieber ein Bein vor`s andere, als einen Spagat zu machen. Das tut nämlich weh, wenn man ein Mann ist. Und lacht ganz schelmisch.

„Mary hat doch auch die Funktion
einer Bauchredner-Puppe“

So als sucht Georg Preuße vor sich, dem Publikum ein klares Alibi, ergänzt er noch mit den Worten: “Das vorteilhafte an der Bauchredner-Puppe ist eben das diese Bauchredner-Puppe viel mehr sagen darf als der Bauch-Redner selbst”. 
Die damit quasi legalisierte Möglichkeit schärfer zu pointieren ist der Trick den Mary schon bei seinem Engagement in der Lach und Schießgesellschaft im Kabarett sinnvoll zu nutzen auf den Weg seiner Bühnenerfolge mitbekam.
 

Hat Preuße einen anderen Humor als Mary?

Er sagt selber dazu: „ja, absolut habe ich den“. Das beginnt bereits sobald ich mit dem Bühnenensemble hinter dem Vorhand spreche, oft auch wie ein Lausbub lustig bin, da wird niemand von mir jemals so angesprochen, wie eine Mary sich das traut.
Mit fast 60 Jahren noch ausnahmslos lustig, schelmisch, „ab und zu kindlich sein ist nicht schlimm – hingegen kindisch sein ist sehr schlimm“. Anlaß genug für Georg Preuße, die Mary reif erscheinen zu lassen, im Paletten- Glitzerkostüm dennoch reife, nicht unkluge Äußerungen von sich gebend. Da sprich Mary die reife Dame und kein dümmliches Glitzerding. Ein Effekt auf den Preuße enorm achtet.

Behutsam begann Georg Preuße seine, die neue MARY-Solokarriere aufzubauen. Nach dreißig Jahren Bühnenerfahrung sieht MARY nun auch die Zeit für ein offenes Wort mit Georg gekommen — Disput oder Duett? Mary's Fazit ist klar: das weibliche Geschlecht hat immer Recht. MARY blickt zurück auf dreißig Jahre im Rampenlicht. Erinnerung im Heute, denn heute ist heute. MARY auf der Bühne, das ist eine Show aus dem Leben und über das Leben. So nah und so persönlich, wie man es nur selten amüsant erlebt.

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Georg Preuße ganz Privat

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”weshalb Chris Kolonko sein Leben der Show widmet”
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