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Plötzlich im 21.Jahrhundert ändern sich Dinge mit denen man so gar nicht gerechnet hat. Und nun auch die Ansprache unserer Großeltern, der Anverwandten sie soll einfach nur fantasievoller klingen. Mit der Definition Oma&Opa haben manche ihre Probleme. Da gibt es Familien die sich geeinigt haben, die Großmütter am besten nach deren Wohnsitz zu nennen, da gibt es die Oma-Münster, die Oma-Deggendorf oder den Berlin-Opa, aber auch Omi und Opi Amerika, konnte man weitläufig schon hören. Neulich meinte beim Frisör eine Dame ganz familiär ausgedrückt “wir feiern bei der Oma Volvo”, bis ich herausfand den Namen hat sie deshalb weil sie einen Volvo fährt. Und Opa Opel das kann anders nicht sein, müsste also Opelfahrer sein. Na dann. Warum, weshalb? Es heißt wer sich nicht alt fühlen möchte, oder einfach nicht zur älteren Generation dazu gepackt sein will, der gibt sich jüngere, modern klingende Rufnamen. Solche wie: Ama oder Apa.
Der bekannte Buchautor und Professor für Germanistik Werner Besch sieht in dieser Veränderung die lässig, coole Zeit in der ein lockerer Umgang auch mit Namen sich ergeben will. Er führt das bereits in die 60er Jahre zurück in denen sich das “du” etablierte. “Mit den 68igern kam dann auch so etwas auf wie Emanzipation und die Ablehnung von jeder Autorität”, meint dazu der Experte Prof.Besch. Damals war der eigene Vater nicht der Vati, es war beispielsweise Erik oder Hans. Das war eine Modeerscheinung die sich auch auf Tante und Onkel, also z.B. Edith und Hermann überging. Außerdem war früher die Familie noch stärker in die Funktionsrollen eingegliedert. “Die Familie hat eine ungeheure Intimisierung erfahren”, meint der Germanist weiter dazu. Der heute 79jährige Besch gehört selbst zu der Generation, die noch ihre “Schwiegermutter” mit “Mutter” ansprachen.
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